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Nanoleaf LED Lichttherapie Gesichtsmaske: Was die 7 Lichtmodi wirklich können
Nanoleaf LED Lichttherapie Gesichtsmaske: Was die 7 Lichtmodi wirklich können
LED-Masken sind das Produkt, bei dem die Meinungen am weitesten auseinandergehen. Die einen schwören darauf, die anderen halten es für teures Discolicht. Wer im Netz nach einer nüchternen Antwort sucht, findet fast nur zwei Sorten von Seiten: Herstellertexte mit großen Versprechen und Kommentare, die alles für Unsinn erklären. Dazwischen liegt eine Menge Physik, ein bisschen belastbare Forschung und ein paar Marketingbegriffe, die einer Prüfung nicht standhalten. Dieser Beitrag arbeitet beides auf, ohne etwas schönzureden. Am Ende weißt du, was die 7 Modi technisch tatsächlich tun, welcher Teil davon in Studien untersucht ist und wo bei einem Heimgerät die Grenze verläuft.
Vorab, damit die Einordnung stimmt: Beide hier besprochenen Geräte sind Wellness- und Pflegegeräte, keine Medizinprodukte. Sie sind nicht dafür bestimmt, Krankheiten zu behandeln, und dieser Beitrag beschreibt keine Behandlung. Wo unten Forschung erwähnt wird, geht es um den allgemeinen Stand zu Lichtanwendungen, nicht um eine Wirkungszusage für ein bestimmtes Gerät.
Der Punkt, der in den meisten Produkttexten untergeht: sieben Modi, drei Farben
Fangen wir mit der Erkenntnis an, die alles andere einordnet. Eine LED-Maske dieser Bauart arbeitet mit RGB-Dioden. Das heißt, physikalisch existieren genau drei sichtbare Emissionswellenlängen, dazu eine unsichtbare im Infrarotbereich. Alle weiteren Farben entstehen durch Mischung, so wie auf einem Bildschirm.
Vier Emitter erzeugen sieben Bedienmodi
Das ist keine Kritik am Gerät, sondern eine Eigenschaft aller RGB-basierten Masken. Wichtig wird es erst bei der Frage, welche Studien sich überhaupt auf welchen Modus übertragen lassen.
Warum das zählt: Wenn du irgendwo liest, gelbes Licht bei 590 Nanometern habe in einer Studie einen bestimmten Effekt gezeigt, dann lässt sich das auf den Gelb-Modus einer RGB-Maske nicht übertragen. Das Gerät sendet bei 590 Nanometern schlicht nichts. Dein Auge sieht Gelb, weil es Rot und Grün mischt. Deine Haut bekommt Rot und Grün.
Die 7 Modi einzeln, mit ehrlicher Einordnung
Tippe einen Modus an. Du siehst, was physikalisch passiert, wie tief das Licht typischerweise kommt und wie gut die Forschungslage zu dieser Wellenlänge tatsächlich ist.
Der Modus-Check
Sieben Modi, vier echte Wellenlängen und eine ehrliche Evidenzampel.
Der am besten untersuchte Modus
Emitter640 nm, echt
Plus850 nm NIR
Reichweiterund 1 mm
Was gemessen ist: In einer Untersuchung am Menschen erfassten sichtbare Wellenlängen um 630 nm ein Gewebevolumen bis etwa 1,2 Millimeter Tiefe, Nahinfrarot dagegen bis etwa 4,4 Millimeter. Rotlicht reicht damit rechnerisch in die Lederhaut hinein, die im Gesicht etwa ein bis zwei Millimeter tief liegt. Wie viel Energie dort noch ankommt, ist eine davon getrennte Frage.
Wie die Forschung dasteht: Für rotes Licht im Bereich 630 bis 660 nm und für Nahinfrarot ist die Studienlage im Vergleich zu den übrigen Farben mit Abstand am umfangreichsten. Zwei Einschränkungen gehören allerdings dazu: Die meisten dieser Untersuchungen wurden mit deutlich stärkeren Praxisgeräten durchgeführt, und ein Teil davon ist von Geräteherstellern finanziert. Auf ein Heimgerät lassen sich die Ergebnisse deshalb nicht ohne Weiteres übertragen.
Der wichtigste Praxispunkt: Bei Lichtanwendungen gilt keine Je-mehr-desto-besser-Regel. Fachlich spricht man von einer biphasischen Dosis-Wirkungs-Kurve: Zu wenig bewirkt nichts, zu viel kehrt den Effekt um. Längere Sitzungen als vorgesehen bringen deshalb keinen Vorteil.
Häufig missverstanden
Emitter460 nm, echt
Plus850 nm NIR
Reichweiterund 1 mm
Der Punkt, an dem fast alle Texte ungenau werden: Die viel zitierte Forschung zu blauem Licht bezieht sich fast durchgehend auf den Bereich um 405 bis 420 Nanometer. Dort liegt ein Absorptionsmaximum bestimmter Moleküle. Bei 460 Nanometern ist die Absorption deutlich geringer. Studien aus dem 405er-Bereich lassen sich auf 460 nm also nicht einfach übertragen.
Wie die Forschung dasteht: Ein großer systematischer Überblick über 71 kontrollierte Studien mit rund 4.200 Teilnehmern bewertete die Evidenzqualität für Lichtanwendungen insgesamt als überwiegend niedrig und die Einzelstudien als klein. Ein belegter Vorteil gegenüber den jeweiligen Vergleichsverfahren ergab sich daraus nicht.
Worauf du achten solltest: Sichtbares Licht im blauen und violetten Bereich kann bei entsprechend veranlagter Haut Pigmentierung anregen. Wer zu Melasma oder dunklen Flecken neigt oder einen dunkleren Hauttyp hat, sollte diesen Modus zurückhaltend einsetzen.
Sehr dünne Datenlage
Emitterrund 520 nm
Plus850 nm NIR
Reichweiterund 1 mm
Was physikalisch passiert: Grünes Licht wird sehr stark von Hämoglobin aufgenommen, dem roten Blutfarbstoff. Ein großer Teil der Energie landet deshalb in den oberflächlichen Blutgefäßen statt im umliegenden Gewebe.
Wie die Forschung dasteht: Ausgesprochen dünn. Es gibt einzelne aktuelle Arbeiten, deren Autoren selbst festhalten, dass die Effekte von grünem LED-Licht weitgehend unerforscht sind. Unabhängige, placebokontrollierte Studien mit harten Endpunkten fehlen.
Ehrlich gesagt: Wer sich vom Grün-Modus eine belegte Wirkung verspricht, überschätzt die Datenlage. Als angenehmer, ruhiger Modus am Abend spricht nichts dagegen, aber es ist eine Anwendungsvariante, keine untersuchte Anwendung.
Kein eigener Emitter
Emitterkeiner bei 590 nm
Tatsächlich640 + 525 nm
Plus850 nm NIR
Was wirklich passiert: Klassisches gelbes Therapielicht liegt bei etwa 590 Nanometern. Eine RGB-Maske hat dort keine Leuchtdiode. Der Gelb-Modus entsteht, indem rote und grüne LEDs gleichzeitig leuchten. Dein Auge addiert beides zu Gelb, die Haut bekommt aber weiterhin nur 640 und 525 Nanometer.
Was daraus folgt: Alle Aussagen, die sich auf echtes 590-nm-Licht stützen, gelten für diesen Modus nicht. Er ist eine Farbeinstellung, keine eigene Wellenlänge.
Wann er trotzdem sinnvoll ist: Wenn du ohnehin eine Kombination aus rotem und grünem Licht möchtest, ist er genau das, in einem Schritt.
Mischung ohne eigene Forschung
Tatsächlich460 + 525 nm
Plus850 nm NIR
Reichweiterund 1 mm
Was wirklich passiert: Blau und Grün gleichzeitig. Einen eigenen Emitter im Cyanbereich um 490 Nanometer gibt es nicht.
Wie die Forschung dasteht: Zu additiven Farbmischungen als Hautanwendung existieren keine eigenständigen klinischen Studien. Was über Blau und Grün einzeln gesagt wurde, gilt hier gemeinsam, mehr lässt sich seriös nicht sagen.
Der Hinweis zur Pigmentierung aus dem Blau-Modus gilt hier ebenfalls, weil der Blauanteil enthalten ist.
Nicht das, wonach es klingt
Tatsächlich640 + 460 nm
Nicht enthalten405 nm
Plus850 nm NIR
Die häufigste Verwechslung: Violettes Licht in der Forschung meint meist den Bereich um 405 Nanometer. Der Lila-Modus einer RGB-Maske hat damit nichts zu tun. Er mischt rotes und blaues Licht zu einer Farbe, die das Auge als Lila liest.
Was das praktisch heißt: Du bekommst gleichzeitig die rote und die blaue Wellenlänge. Wer beide ohnehin nutzen will, spart sich damit einen Durchgang.
Eigene Evidenz: keine.
Alles gleichzeitig
Tatsächlich640 + 525 + 460
Plus850 nm NIR
Eigene Studienkeine
Was wirklich passiert: Alle drei sichtbaren Farben leuchten zusammen. Das ergibt den hellsten Modus, verteilt die Energie aber auf drei Wellenlängen, statt sie auf eine zu konzentrieren.
Der Denkfehler, den man vermeiden sollte: Mehr Farben gleichzeitig bedeutet nicht mehr Wirkung. Wenn eine bestimmte Wellenlänge das ist, worauf es dir ankommt, ist der jeweilige Einzelmodus die logischere Wahl.
Wofür er taugt: Als bequemer Standardmodus, wenn man sich nicht entscheiden will. Als gezielte Anwendung ist er der schwächste der sieben.
Die Angaben zur Reichweite sind Größenordnungen aus Messungen und Modellrechnungen, keine exakten Werte für einen einzelnen Menschen. Sie hängen unter anderem vom Hauttyp, von der Durchblutung und von der Körperstelle ab.
Wie tief kommt das Licht wirklich?
Die Eindringtiefe ist das beliebteste Argument in der LED-Werbung und gleichzeitig das am häufigsten falsch verwendete. Deshalb hier die belastbaren Zahlen, mit allen nötigen Einschränkungen.
Reichweite der Wellenlängen in der Haut
Schematisch. Die Balken zeigen die Rangfolge, nicht exakte Werte. Eindringtiefe ist zudem nicht einheitlich definiert, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen um ein Vielfaches unterscheiden können.
Daraus folgen zwei Dinge, die in kaum einem Werbetext stehen. Erstens reicht rotes Licht rechnerisch in die Lederhaut des Gesichts hinein, die dort nur ein bis zwei Millimeter tief liegt. Noch mehr Tiefe bringt für die Gesichtshaut deshalb keinen Vorteil, denn unterhalb der Lederhaut beginnt Fettgewebe. Zweitens ist die entscheidende Größe nicht die Tiefe, sondern die Dosis. In vier Millimeter Tiefe kommt nur noch ein kleiner Teil der eingestrahlten Energie an. Ob das noch etwas bewirkt, ist eine völlig andere Frage als die, ob dort überhaupt Photonen ankommen.
Die Zahl, auf die es wirklich ankommt: Nicht die Anzahl der LEDs und nicht die Eindringtiefe, sondern die Bestrahlungsstärke in Milliwatt pro Quadratzentimeter, gemessen bei einem angegebenen Abstand, und daraus die Energiemenge pro Sitzung. Genau hier unterscheiden sich Heimgeräte und Praxisgeräte, und genau deshalb geht die Fachliteratur bei Heimgeräten von geringeren Effekten aus. Wie es um diese Angaben im Markt bestellt ist, steht weiter unten.
Maske oder Panel? Zwei Geräte für zwei verschiedene Aufgaben
Beide Geräte arbeiten mit Licht, aber sie lösen unterschiedliche Aufgaben. Tippe an, was auf dich zutrifft.
Welches Gerät passt?
Fünf Ausgangslagen, ehrlich beantwortet, auch wenn die Antwort einmal keins lautet.
Die Maske
Warum: Die Maske liegt direkt auf der Haut auf. Der Abstand zwischen LED und Haut ist damit sehr gering und deutlich gleichmäßiger als bei einem frei aufgestellten Panel. Bei einem Panel nimmt die Bestrahlungsstärke mit dem Abstand stark ab, und die Nase steht näher als die Schläfe.
Praktisch: 432 LEDs in flexiblem Silikon, sieben Modi, fünf Intensitätsstufen, Akkubetrieb mit bis zu 80 Minuten Laufzeit. Die Sitzungsdauer lässt sich an der Steuereinheit einstellen, das Gerät begrenzt sie auf maximal 30 Minuten.
Was sie nicht kann: Größere Körperpartien. Für Schulter oder Knie ist sie schlicht die falsche Form.
Das Panel
Warum: Das Panel strahlt frei auf eine Fläche und lässt sich auf jede Körperstelle ausrichten. Es arbeitet mit zwei Wellenlängen, 660 Nanometer im sichtbaren Rot und 850 Nanometer im Nahinfrarot, also genau den beiden Bereichen mit der vergleichsweise besten Datenlage.
Praktisch: 160 LEDs, vier Intensitätsstufen, Timer mit 10, 20 oder 30 Minuten, Tischständer, Netzbetrieb. Empfohlener Abstand 20 bis 40 Zentimeter.
Wichtig zum Abstand: Die Bestrahlungsstärke sinkt mit zunehmendem Abstand deutlich. Wer statt 20 Zentimetern 40 wählt, bekommt spürbar weniger Energie auf die Haut. Der Abstand ist bei einem Panel die wichtigste Einstellung überhaupt, wichtiger als die Intensitätsstufe.
Erst eins, dann sehen
Der ehrliche Rat: Kauf nicht beide gleichzeitig. Lichtanwendungen brauchen Wochen, bevor sich beurteilen lässt, ob sie für dich etwas bringen. Mit zwei Geräten parallel weißt du am Ende nicht, was gewirkt hat und was nicht.
Womit anfangen: Mit dem Gerät für die Partie, die dir am wichtigsten ist. Wenn das Gesicht im Vordergrund steht, die Maske. Wenn es um Schultern, Rücken oder Knie geht, das Panel.
Und dann: Halte durch. Wer nach zehn Tagen aufgibt, hat die Frage nicht beantwortet, sondern nur Zeit investiert.
Nur die Maske
Der Unterschied: Die Maske hat einen Akku und läuft kabellos, das Panel braucht dauerhaft Strom aus der Steckdose. Wenn du dich während der Anwendung bewegen oder das Gerät mitnehmen willst, entscheidet das die Frage.
Zum Akku: Bis zu 80 Minuten pro Ladung, vollständiges Laden dauert rund dreieinhalb Stunden. Während des Ladens darf das Gerät aus Sicherheitsgründen nicht benutzt werden.
Pflegehinweis: Auch bei längeren Pausen alle drei Monate nachladen. Lithium-Akkus nehmen Schaden, wenn sie lange vollständig entladen lagern.
Dann noch nicht kaufen
Ehrliche Antwort: Wenn du dir unsicher bist, ob das etwas für dich ist, ist die richtige Reihenfolge, erst die Erwartung zu klären. LED-Anwendungen sind kein Ersatz für Sonnenschutz, für eine passende Pflegeroutine oder für eine ärztliche Abklärung bei Hautproblemen. Sie sind ein Zusatz, und zwar einer mit begrenzter und teilweise dünner Datenlage.
Was zuerst mehr bringt: Täglicher Sonnenschutz, eine Routine, die deine Haut verträgt, und Geduld. Wer diese drei Punkte nicht abgedeckt hat, wird von einem Lichtgerät wenig erwarten dürfen.
Wann es sich lohnt: Wenn deine Basis steht, du regelmäßig Zeit dafür hast und du eine realistische Erwartung mitbringst. Wer nur wegen eines Videos kauft, legt das Gerät nach drei Wochen weg.
Beide Geräte sind Wellness- und Pflegegeräte und keine Medizinprodukte. Bei Hauterkrankungen, bei Einnahme lichtempfindlich machender Medikamente oder bei Unsicherheit ist die Hautarztpraxis die richtige Adresse.
Wie sich Lichtanwendungen sinnvoll in eine bestehende Pflegeroutine einfügen, haben wir im Beitrag zur Kombination von Rotlicht und Hautpflege beschrieben. Wer wissen will, welche Pflegeschritte konkret zur Maske passen, findet das im Guide zur LED-Maske in der Routine.
Der Sicherheitspunkt, den fast niemand erwähnt
Wenn es um LED-Geräte und Augen geht, drehen sich fast alle Hinweise um blaues Licht. Der praktisch wichtigere Punkt ist ein anderer, und er steht in kaum einem Produkttext.
Nahinfrarot bei 850 Nanometern ist für das menschliche Auge unsichtbar. Es gibt deshalb keinen Lidschlussreflex, kein Blinzeln, kein Wegschauen.
Der natürliche Schutz vor hellem Licht beruht darauf, dass wir es sehen und reflexartig reagieren. Bei Nahinfrarot entfällt dieser Reflex vollständig, obwohl die Strahlung die Netzhaut erreicht. Genau deshalb sind die Augenhinweise bei Geräten mit Infrarotanteil kein Formalismus, sondern der wichtigste Sicherheitsaspekt überhaupt. Bei der Maske werden die mitgelieferten Augenschützer vor dem Anlegen eingesetzt, und die Augen bleiben während der gesamten Sitzung geschlossen. Beim Panel gilt: nicht hineinsehen, auch nicht kurz, auch nicht aus größerer Entfernung, und auch dann nicht, wenn das Gerät scheinbar dunkel wirkt.
Woran du ein ordentlich beschriebenes Gerät erkennst
Weil bei Lichtgeräten die Dosis entscheidet, sagen die technischen Angaben mehr über ein Produkt aus als jede Beschreibung. Vier Punkte kannst du bei jedem Anbieter in einer Minute prüfen.
| Worauf du schaust | Gutes Zeichen | Warum das zählt |
|---|---|---|
| Wellenlängen in Nanometer | Konkrete Zahlen statt nur Farbnamen | Rot ist nicht gleich Rot. 620 und 660 nm verhalten sich in Absorption und Reichweite unterschiedlich, und Farbnamen allein sagen bei RGB-Geräten gar nichts |
| Sitzungsdauer | Klare Ober- und Untergrenze | Mehr ist bei Licht nicht besser. Ein Anbieter, der eine Obergrenze nennt und das Gerät sie erzwingen lässt, hat die Dosis-Wirkungs-Kurve verstanden |
| Kontraindikationen | Vollständig und konkret benannt | Wer Schwangerschaft, Epilepsie, Lichtempfindlichkeit und Medikamentenwechselwirkungen aufführt, hat sich mit dem Produkt beschäftigt |
| Wortwahl | Beschreibt Anwendung und Technik, statt Heilung zu versprechen | Ein Gerät ohne Konformitätsverfahren als Medizinprodukt darf weder eine Behandlung von Krankheiten noch eine Hautverjüngung in Aussicht stellen. Der europäische Rahmen sieht für LED-Gesichtsmasken schon bei Verjüngungsaussagen ein eigenes Verfahren vor |
Und zwei Angaben, die praktisch niemand macht
Jetzt der unbequeme Teil, und der betrifft die gesamte Branche. Um ein Gerät wirklich mit einer Studie vergleichen zu können, bräuchte man zwei weitere Angaben, die im Heimgerätemarkt kaum ein Anbieter liefert.
Die Bestrahlungsstärke in Milliwatt pro Quadratzentimeter, gemessen bei einem genannten Abstand Ohne Abstandsangabe ist jeder Wert wertlos, weil die Stärke mit der Entfernung deutlich abnimmt. Aus Bestrahlungsstärke und Dauer ergibt sich erst die Energiemenge pro Sitzung, und genau die ist die Größe, mit der in Studien gearbeitet wird.
Die Risikogruppe nach der Norm für photobiologische Sicherheit, mit Prüfabstand Sie ordnet ein, wie lange eine Exposition der Augen unbedenklich ist. Bei Geräten mit unsichtbarem Infrarotanteil ist das die fachlich wichtigste Kennzahl überhaupt, und sie fehlt bei Heimgeräten fast durchgängig.
Wir schreiben das bewusst so offen, obwohl wir selbst Geräte dieser Art anbieten. Diese beiden Werte liegen für die meisten Heimgeräte am Markt schlicht nicht öffentlich vor, und dazu gehören auch die Geräte in unserem Sortiment. Wer sie braucht, fragt beim Anbieter nach. Wir tun das bei unseren Lieferanten ebenfalls und tragen die Angaben nach, sobald sie belastbar vorliegen. Bis dahin ist die ehrlichste Aussage: Man kann diese Geräte nicht seriös mit klinischen Studienprotokollen vergleichen, und niemand, der das behauptet, hat die Zahlen dafür.
Die Angabe, bei der du stutzig werden solltest: Sehr hohe Werte für die Bestrahlungsstärke ohne Nennung des Messabstands. Ein flaches Tischpanel mit wenigen Dutzend Watt Leistungsaufnahme kann physikalisch keine dreistelligen Milliwatt pro Quadratzentimeter über eine große Fläche im üblichen Anwendungsabstand liefern. Solche Zahlen entstehen meist durch Messung direkt an der Linse einer einzelnen Leuchtdiode. Ein niedrigerer Wert mit ehrlicher Abstandsangabe ist mehr wert als eine große Zahl ohne.
So wendest du die Geräte an
1
Saubere, trockene Haut
Vor der Anwendung Reinigung und Make-up entfernen, danach vollständig abtrocknen. Pflegeprodukte kommen erst danach, weil manche Inhaltsstoffe lichtempfindlich sind und weil eine Schicht auf der Haut das Licht streut.
2
Kurz und regelmäßig
Bei der Maske sind 5 bis 10 Minuten pro Sitzung der übliche Rahmen, das Gerät begrenzt selbst auf 30 Minuten. Drei bis fünf Anwendungen pro Woche sind sinnvoller als eine lange Sitzung am Wochenende.
3
Augen schützen
Augenschützer einsetzen, Augen geschlossen halten. Beim Panel den Kopf so ausrichten, dass du nicht in die Dioden blickst, und den empfohlenen Abstand einhalten.
4
Danach pflegen
Nach der Sitzung die normale Routine. Wer möchte, nutzt danach eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Pflege. Ein Wirkstoffprodukt muss es nicht sein.
5
Sonnenschutz bleibt Pflicht
Kein Lichtgerät ersetzt den täglichen Sonnenschutz. Wer im Winter zwanzig Minuten unter das Panel geht und im Sommer ohne Schutz rausgeht, arbeitet gegen sich selbst.
6
Geduld einplanen
Die Oberhaut erneuert sich über mehrere Wochen. Vor Ablauf von etwa zwei Monaten bei regelmäßiger Anwendung lässt sich seriös gar nichts beurteilen.
Die fünf häufigsten Fehler
Fehler Länger und öfter anwenden, um schneller etwas zu sehen
Lösung Lichtanwendungen folgen keiner linearen Dosis-Wirkung. Über einem bestimmten Punkt nimmt der Effekt wieder ab. Die vom Hersteller genannte Dauer ist eine Obergrenze, kein Vorschlag.
Fehler Auf die Zahl der LEDs achten statt auf die Wellenlänge
Lösung Viele schwache LEDs sind nicht besser als wenige starke. Was zählt, ist die Energie, die pro Quadratzentimeter auf der Haut ankommt, und die Wellenlänge, in der sie abgegeben wird.
Fehler Beim Panel möglichst weit weg sitzen, um mehr Fläche zu treffen
Lösung Die Bestrahlungsstärke fällt mit dem Abstand stark ab. Lieber eine kleinere Fläche im empfohlenen Abstand nacheinander bestrahlen als alles gleichzeitig aus zwei Metern.
Fehler Bei Medikamenteneinnahme einfach loslegen
Lösung Einige Wirkstoffe machen die Haut lichtempfindlicher, etwa bestimmte Aknemittel, manche Antibiotika, verschiedene Blutdruckmittel und Johanniskraut. Im Zweifel vorher ärztlich abklären lassen.
Fehler Nach zwei Wochen enttäuscht aufhören
Lösung In den Studien, die überhaupt Veränderungen gemessen haben, lief die Anwendung über viele Wochen mit festem Rhythmus. Wer früher abbricht, hat die Frage schlicht nicht getestet.
Was die Forschung hergibt und was nicht
Die ehrlichste Zusammenfassung des Themas passt in eine Tabelle. Sie ist bewusst nüchtern gehalten, weil die Begeisterung im Netz an vielen Stellen weiter geht als die Datenlage.
| Aussage | Wie es tatsächlich steht |
|---|---|
| Rotes und nahinfrarotes Licht verändern das Hautbild | In kontrollierten Studien gemessen, überwiegend aber mit deutlich stärkeren Praxisgeräten. Ein Teil der Untersuchungen ist herstellerfinanziert |
| Es gibt eine Dosis, ab der mehr schadet statt nutzt | Gut belegt und praktisch der wichtigste Punkt überhaupt |
| Der Wirkmechanismus ist verstanden | Nein. Die gängige Erklärung über ein Enzym der Zellatmung ist eine gut begründete Hypothese, kein gesichertes Wissen |
| Heimgeräte erreichen dasselbe wie Praxisgeräte | Nicht belegt. Die Fachliteratur geht wegen der geringeren Leistungsdichte vom Gegenteil aus |
| Grün, Gelb, Cyan und Lila haben eigene belegte Effekte | Nein. Dazu gibt es keine belastbaren unabhängigen Studien, und bei RGB-Geräten sind drei dieser vier ohnehin nur Mischfarben |
| Die Anwendung ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nebenwirkungsarm | In den vorliegenden Studien wurden überwiegend nur leichte, vorübergehende Hautreaktionen berichtet. Die Studien sind klein, Langzeitdaten für Heimgeräte fehlen |
Wer daraus schließt, LED sei Unsinn, verkürzt genauso wie jemand, der Wunder verspricht. Die faire Einordnung liegt dazwischen: Für rotes und nahinfrarotes Licht existiert eine reale, wenn auch methodisch begrenzte Forschungsbasis. Für die bunten Zusatzmodi existiert sie nicht. Und für Heimgeräte gilt, dass sie mit weniger Leistung arbeiten als die Geräte, mit denen die Studien gemacht wurden. Das macht sie nicht wertlos, aber es setzt die Erwartung.
Häufige Fragen
Funktioniert eine LED-Lichttherapiemaske wirklich?
Für rotes und nahinfrarotes Licht gibt es kontrollierte Studien, die Veränderungen am Hautbild gemessen haben. Diese Studien wurden aber überwiegend mit stärkeren Geräten durchgeführt, als sie im Heimbereich üblich sind, und die Übertragbarkeit auf ein konkretes Gerät hängt an Angaben, die viele Hersteller gar nicht machen. Ehrliche Antwort: Es ist kein Placebo, aber auch keine Behandlung. Wer regelmäßig anwendet und realistische Erwartungen mitbringt, kann zufrieden sein. Wer eine schnelle Lösung sucht, wird enttäuscht.
Was bedeuten die 7 Modi technisch?
Drei davon sind echte Wellenlängen, nämlich Rot bei 640, Grün bei 525 und Blau bei 460 Nanometern, jeweils kombiniert mit unsichtbarem Nahinfrarot bei 850 Nanometern. Die übrigen vier Modi sind additive Mischungen aus diesen drei Farben, so wie auf einem Bildschirm. Für die Haut ändert sich dabei nur, welche der drei echten Wellenlängen gleichzeitig leuchten.
Wie oft und wie lange sollte ich anwenden?
Bei der Maske sind 5 bis 10 Minuten pro Sitzung üblich, das Gerät begrenzt selbst auf maximal 30 Minuten. Drei bis fünf Anwendungen pro Woche sind sinnvoller als seltene lange Sitzungen. Beim Panel stehen 10, 20 oder 30 Minuten zur Wahl. Mehr ist ausdrücklich nicht besser, weil zu hohe Dosen den Effekt umkehren können.
Kann ich Pflegeprodukte vor der Anwendung auftragen?
Besser nicht. Die Haut sollte sauber und trocken sein, damit nichts das Licht streut und damit keine lichtempfindlichen Inhaltsstoffe unter Bestrahlung stehen. Die Pflege kommt nach der Sitzung. Wer ein Retinoid oder eine Säure verwendet, plant diese am besten auf einen anderen Zeitpunkt als die Lichtanwendung.
Wer sollte diese Geräte nicht verwenden?
Nicht anwenden bei Schwangerschaft, bei Epilepsie, bei Schilddrüsenerkrankungen, bei erhöhter Lichtempfindlichkeit und auf verletzter Haut. Vorsicht ist außerdem geboten bei bekannten Lichtdermatosen, bei Neigung zu Pigmentflecken und bei Medikamenten, die lichtempfindlich machen. Nicht über Muttermalen oder auffälligen Hautveränderungen anwenden. Bei bestehenden Hauterkrankungen vorher ärztlich abklären lassen. Nicht für Kinder.
Wie lange hält so ein Gerät?
Der begrenzende Faktor ist in der Praxis nicht die LED, sondern der Akku. Leuchtdioden dieser Bauart halten viele tausend Betriebsstunden, was bei zehn Minuten dreimal pro Woche rechnerisch weit über die übliche Nutzungsdauer hinausreicht. Lithium-Akkus verlieren dagegen mit den Ladezyklen an Kapazität. Wer die Maske alle drei Monate nachlädt und nicht dauerhaft leer lagert, verlängert die Lebensdauer spürbar. Das Panel läuft ohnehin am Netz und hat dieses Problem nicht.
Ist das ein Medizinprodukt?
Nein. Beide hier besprochenen Geräte sind Wellness- und Pflegegeräte. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu erkennen, zu behandeln oder zu lindern, und sie ersetzen keine ärztliche Behandlung. Das ist auch der Grund, warum du in diesem Beitrag keine Sätze über die Behandlung von Hauterkrankungen findest. Ein Gerät, das solche Aussagen trägt, müsste ein Konformitätsverfahren als Medizinprodukt durchlaufen haben.
Ist blaues Licht schädlich für die Augen?
Für übliche LED-Beleuchtung ist eine akute Netzhautschädigung beim Menschen nicht gezeigt worden. Bei einem Gerät, das direkt vor dem Gesicht sitzt und wiederholt angewendet wird, ist die Situation aber eine andere als bei einer Zimmerlampe. Der wichtigere Punkt ist ohnehin das unsichtbare Nahinfrarot, weil dabei jeder natürliche Schutzreflex ausfällt. Deshalb: Augenschützer verwenden, Augen geschlossen halten, nicht in die Dioden blicken.
Was ist mit Angaben wie FDA-zugelassen?
Dieser Begriff wird häufig ungenau verwendet. Die US-Behörde kennt mehrere Stufen, und die bei solchen Geräten übliche ist keine Zulassung im eigentlichen Sinn, sondern eine Anzeige der wesentlichen Gleichartigkeit mit einem bereits vermarkteten Produkt. Für den europäischen Markt hat das ohnehin keine Bedeutung, weil hier eigene Regeln gelten. Ein Hinweis auf eine US-Behörde ersetzt also keine europäische Konformitätsbewertung und sollte bei der Kaufentscheidung keine Rolle spielen.
Das Wichtigste in drei Sätzen
Eine RGB-Maske hat drei echte Farbwellenlängen plus unsichtbares Nahinfrarot, alle weiteren Modi sind Mischungen, und nur für Rot und Nahinfrarot gibt es eine ernstzunehmende Forschungsbasis. Entscheidend für das Ergebnis ist nicht die Zahl der LEDs und nicht die Eindringtiefe, sondern wie viel Energie bei welchem Abstand tatsächlich auf der Haut ankommt. Und weil Nahinfrarot unsichtbar ist und deshalb kein Schutzreflex greift, sind die Augenhinweise bei diesen Geräten der wichtigste Teil der Bedienungsanleitung.
Sieben Modi, drei Farben Dosis schlägt Tiefe Augenschutz zuerst
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